Berliner Initiativen – Die Wille gGmbH

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Prinzip Heimat e.V. setzt sich ein für die Inklusion von geflüchteten Menschen durch nachhaltige Beschäftigung. Im Folgenden stellen wir Euch Berliner Initiativen vor, die sich ebenfalls diesem Ziel verschrieben haben und Menschen mit Fluchthintergrund den Weg in Ausbildung und Arbeit erleichtern.

Prinzip Heimat is committed to easing the inclusion of refugees into German society through training and sustainable employment. We are pleased to present other Berlin-based initiatives working towards the same goals.

 

Die Wille gGmbH

Erzählen Sie uns etwas zur Entstehungsgeschichte und den Angeboten der Wille gGmbH?

Mozamel Aman (Prinzip Heimat e.V.) im Gespräch mit Corinna Boldt (Geschäftsführerin Die Wille gGmbH), Sylke Hölscher (Geschäftsführerin Ev. Johannesstift Behindertenhilfe gGmbH) und Therese Reinke (Öffentlichkeitsarbeit Die Wille gGmbH)
Mozamel Aman (Prinzip Heimat e.V.) im Gespräch mit Corinna Boldt (Geschäftsführerin Die Wille gGmbH), Sylke Hölscher (Geschäftsführerin Ev. Johannesstift Behindertenhilfe gGmbH) und Therese Reinke (Öffentlichkeitsarbeit Die Wille gGmbH)

Die Wille gGmbH ist eine Tochter des Evangelischen Johannesstifts und des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte. Ursprünglich befand sich das Gebäude in der Wilhelmstraße in Berlin-Kreuzberg. In Anlehnung an den Ort bürgerte sich mit der Zeit die in der Berliner Mundart typische Namensgebung „Die Wille“ ein. Wir verfügen als soziales Unternehmen über langjährige Erfahrung in der Durchführung von Bildungs-, Beratungs- und Arbeitsförderangeboten in Berlin und Brandenburg, mit denen wir sozial benachteiligten Menschen (u.a. Langzeitarbeitslose und Menschen mit Beeinträchtigung oder Migrationshintergrund) auf ihrem Weg in die Erwerbsarbeit unterstützen. So haben wir beispielsweise gemeinsam mit der Behindertenhilfe des Evangelischen Johannesstifts Arbeitsmarktzugänge für Menschen mit Beeinträchtigung hergestellt (www.inklusiv-arbeiten-in-spandau.de). Unsere Vision ist ein inklusiver Arbeitsmarkt und ein gerechter Zugang zu Bildung für Alle.

Wo sehen Sie die größten Barrieren für geflüchtete Menschen, die Zugang zu Arbeit und Ausbildung suchen?

Jobcenter und Arbeitsagenturen sind für die Orientierung auf dem Arbeitsmarkt zuständig, aber noch nicht ausreichend auf diese Zielgruppe eingestellt und eine effektive Unterstützung scheitert häufig an mangelnder Verständigung. Die in Berlin existierenden Ansätze zur Unterstützung beim Spracherwerb und der Arbeitssuche decken angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen nicht mehr den Bedarf. Zudem sind die verschiedenen Angebote unzureichend vernetzt, sodass positive Effekte verloren gehen. Hinzu kommt, dass Asylsuchende und geduldete Flüchtlinge keine Sicherheit haben, wie lange sie bleiben dürfen. Für ausbildende Betriebe bzw. Arbeitgeber ist das neben oft bestehenden Vorurteilen gegenüber Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund ein zusätzlicher Hinderungsgrund, sie einzustellen.

Welche Angebote planen Sie derzeit für geflüchtete Menschen?

Die aktuell positive Entwicklung für die Integration begrüßen wir sehr und unser Ziel ist es, mit großem persönlichem und fachlichem Engagement daran mitzuwirken. Uns geht es darum, die Verwirklichung der menschenrechtlichen Ansprüche von geflüchteten Menschen ohne Diskriminierung zu fördern sowie ihre Teilhabe an den sozialen Anerkennungsformen wie zum Beispiel Arbeit, Gesundheit, Bildung zu ermöglichen. In diesem Sinn ist Inklusion zugleich ein Menschenrecht und eine Zielstellung. Wichtig ist uns die Perspektive der „Hilfe zur Selbsthilfe“, denn wenn Inklusion von Menschen mit Fluchterfahrung gelingen soll, müssen sie durch Bildung und Teilhabe am Arbeitsmarkt möglichst rasch in die Lage versetzt werden, für sich selbst zu sorgen.

WERTRAUM: Potentiale nutzen und Perspektiven schaffen

blog_wertraumWir wollen im WERTRAUM – einem Upcycling-Projekt mit Werkstattbetrieb – für Menschen mit Fluchterfahrung, die schon über einen Berufsabschluss oder ausreichend Arbeitserfahrung verfügen, Angebote für den Übergang in Bildung und Arbeit schaffen, in denen sie in absehbarer Zukunft aktiv mitwirken können. Im WERTRAUM lernen sie unter Anleitung und in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team bestehend aus einem Job Coach, einer Designerin, sowie einem Fachanleiter unterschiedliche Aufgabenbereiche kennen und werden mit den Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes vertraut gemacht. Von kreativen handwerklichen Arbeiten (upcycling und refurbishment von Elektrogeräten und Textilien) bis hin zu administrativen Tätigkeiten bietet der WERTRAUM ihnen die Möglichkeit, die eigenen Stärken und Fähigkeiten in einem geschützten Raum zu erproben. Gleichzeitig können Sprachkenntnisse angewendet und verbessert werden. Für Sprachkursangebote bauen wir die bereits bestehende Kooperation mit der Volkshochschule in Berlin-Mitte aus und kombinieren die Sprachkurse der VHS mit einer Berufswegeberatung durch unsere Mitarbeiter_innen. In der Regel wird die Beschäftigung im WERTRAUM ein Jahr dauern, in Zertifikaten dokumentieren wir das Wirken der/des Einzelnen.

Welche Erfahrungen aus Ihrer bisherigen Arbeit sind übertragbar, wenn es darum geht, Zugang u Arbeit und Bildung für geflüchtete Menschen zu sichern?

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Nähwerkstatt mit Migrantinnen

Als Unternehmen, das auf nationaler und transnationaler Ebene mit verschiedenen Einrichtungen und Organisationen kooperiert, verfügt Die Wille über umfangreiche Good-Practice-Beispiele für die (Arbeitsmarkt-)Integration besonders förderbedürftiger Zielgruppen. So setzten wir in den letzten Jahren erfolgreich Angebote für arbeitssuchende Migrant_innen um, die sich im Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene Abschlüsse befinden. Darüber hinaus haben wir eine ausgewiesene Fach- und Netzwerkkompetenz und langjährig Kooperationskontakte zu privaten und öffentlichen Institutionen und Unternehmen. Interkulturelle und interreligiöse Bildungsarbeit, Kompetenztrainings sowie Konfliktmanagement im Themenfeld gehören darüber hinaus zu den Kernkompetenzen, die Umsetzung in unserer Arbeit finden.

Basierend auf dieser Erfahrung und unseren Angeboten planen wir derzeit zur Unterstützung geflüchteter Menschen vor allem folgende Maßnahmen:

Orientierung, Coaching und Begleitung – Die Wille gGmbH als Lotse
Wir planen derzeit Angebote zur Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und Begleitung, um einen nachhaltigen Ausbildungs- und Beschäftigungserfolg zu fördern: passende Unterstützungsmöglichkeiten finden, Kontakte herstellen, Arbeitserprobungen zur Kompetenzfeststellung organisieren oder auf Deutschkurse auch jenseits der Integrations- oder ESF-BAMF-Kurse hinweisen. Ergänzend dazu bieten wir Coachings zur Stabilisierung der Gesundheit als auch Berufswegeplanung und Berufsfindung an und unterstützen bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen, Bewerbungscoaching und Vorbereitung eines Berufseinstiegs in Sozialberufe. Durch die Vermittlung und Betreuung in Praktika wird der Berufseinstieg gerade für junge Flüchtlinge vorbereitet. Ein begleitendes Coaching während der ersten Monate nach der Arbeitsaufnahme unterstützt geflüchtete Menschen und Arbeitgeber dabei, das Arbeitsverhältnis zu festigen und zu verstetigen.

Netzwerke aufbauen
Wir sind eine vernetzt arbeitende Einrichtung, damit wir den betroffenen Menschen in kurzer Zeit möglichst passende Angebote unterbreiten können, die sie weiterbringen. Daher ist es uns in der Flüchtlingsarbeit wichtig, die Kompetenzen der Unternehmen des Evangelischen Johannesstifts zu bündeln und Ideen für die Entwicklung weiterer Angebote abzustimmen. Über die Einbindung von Politik und Verwaltung, Unternehmen, Arbeitsmarktakteuren, Unterkunftsträgern und Beratungseinrichtungen wollen wir für potenzielle Fachkräfte und Auszubildende frühzeitig die notwendigen Integrationsbemühungen anstoßen.

Repair Café als Ort der Begegnung
Mit unserem Repair Café bieten wir einen Ort der Begegnung in unmittelbarer Nachbarschaft an. In die offene Werkstatt können Besucher_innen kaputte Gegenstände bringen: Fahrräder, PCs, Kleidung, um es gemeinsam mit den Expert_innen vor Ort zu reparieren. Dieses Angebot steht natürlich und zurzeit in ganz besonderem Maße Menschen mit Fluchterfahrung zur Verfügung, denn es ist unabhängig von dem Aufenthaltsstatus jedem und jeder zugänglich. Neue Kontakte können geknüpft werden und es ist neben der Möglichkeit handwerkliche Tätigkeiten kennenzulernen eine gute Gelegenheit, bereits vorhandene Deutschkenntnisse anzuwenden und zu verbessern.

Derzeit bauen wir unter dem Motto „Mobilität für Alle“ die Fahrradwerkstatt im Repair Café aus, in der wir gemeinsam mit Flüchtlingen Räder reparieren und dann an sie spenden. Damit können sie unabhängig vom öffentlichen Nahverkehr, den sie sich oft nicht leisten können, in der Stadt mobil sein und wir möchten damit ein Betätigungsfeld anbieten, um die lange Wartezeit in den Unterkünften zu überbrücken.

Welche geflüchtete Menschen sind ihre Zielgruppe und wie können sie ihre Angebote nutzen?

Unsere Zielgruppe für den WERTRAUM sind Menschen, für die die ausländerrechtliche Erwerbsfähigkeit gegeben ist. Das sind insbesondere Menschen mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 4a des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG), Asylberechtigte bzw. anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis nach §§ 22-26 AufenthG und sogenannte Geduldete, d.h. Menschen, deren Abschiebung ausgesetzt ist, sofern kein Arbeitsverbot nach §33 BeschV verhängt wurde. Das sind Personen mit einem “nachrangigen Arbeitsmarktzugang“, für die unsere Angebote gekoppelt an einen Leistungsträger wie zum Beispiel die Arbeitsagentur oder das Jobcenter zur Verfügung stehen.

Wir finden den Ansatz von Prinzip Heimat sehr überzeugend und freuen wir uns auf eine Zusammenarbeit, um unserer Vision eines Zugangs zum Arbeitsmarkt für Jeden und Jede ein Stück näher zu kommen.

Kontakt:

Die Wille gGmbH
Müllerstraße 56 – 58
13349 Berlin
Fon: +49 (0)30 26 47 62-0
Mail: diewille@evangelisches-johannesstift.de

www.diewille.de

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