Gewonnen: Act For Impact Förderpreis

Am 11. Juni haben wir den Act For Impact Förderpreis 2015 der Social Entrepreneurship Akademie und der Vodafone Stiftung gewonnen. Mit diesem Preis steht uns jetzt zum ersten Mal Geld zur Verfügung (EUR 40,000), um die Projektentwicklung weiter voranzutreiben. Letzte Woche hat die Social Entrepreneurship Akademie dazu einige Videos veröffentlicht – es war ein ziemlich emotionaler Tag, wie Ihr sehen könnt! ☺

 

 

Und dabei hätten wir uns ursprünglich fast nicht beworben, denn wir waren nicht ganz sicher, ob wir die Kriterien erfüllen. Kurz vor Fristende haben wir uns spontan entschieden, es doch zu versuchen und in einer Nachtaktion unsere Idee eingereicht.

Ungefähr einen Monat später bekamen wir dann die Nachricht, aus 150 Bewerbern unter den Top 15 zu sein und damit in der nächsten Runde! Und die hatte es in sich: innerhalb von 3 Tagen war ein 30 Sekunden-Video einzureichen, in dem wir uns und unsere Idee kreativ präsentieren sollten, um bei einem Facebook Voting um den Publikumspreis (immerhin EUR 3,000) zu konkurrieren. Desweiteren hatten wir zwei Wochen Zeit, um einen 5-seitigen Wirkungsplan einzureichen. Der Wirkungsplan bereitete uns wenig Kopfschmerzen, darin waren wir beruflich recht erfahren.

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Ein Playmobil Hotel – das war nur das Zubehör

Aber ein selbstgedrehtes Video? Für eine Facebook-Abstimmung?? Wir hatten bis dahin ja noch nicht einmal eine Facebook-Seite und Video-Erfahrung erst recht nicht! Zudem hatten wir keine Lust, uns selbst in Szene zu setzen. So kamen wir, eher aus der Not heraus, auf die Idee, Playmobil für uns sprechen zu lassen! Tatsächlich gab es auf ebay ein Playmobil-Hotel zu kaufen, und so fuhr ich an einem Sonntagnachmittag nach Britz (das ist JWD wie man in Berlin sagt), um einen Hoteltraum aus Plastik mit ca. 1000 Teilen Zubehör zu ergattern…

Den ganzen nächsten Tag verbrachten wir Vier im Impact Lab und „drehten“ (mit einem Ipad) unser Bewerbungsvideo – was denkt Ihr, ist doch gar nicht so schlecht geworden, oder?

Rechtzeitig zur Facebook-Abstimmung hatte dann auch das Hotel Utopia eine Facebook-Seite und wir rührten bei Freunden, Verwandten und Kollegen kräftig die Werbetrommel für uns. Am Ende landeten wir auf dem 3. Platz, weit abgeschlagen hinter viel besser vernetzten Projekten. Dafür konnten wir aber auf 350 neue Facebook-Follower zählen.

Unabhängig vom Ausgang des Facebook-Votings wählte die Jury auf Basis der eingereichten Wirkungspläne fünf Finalisten aus. Die Freude war riesig, als wir erfuhren, dass wir dazu gehörten und am 11. Juni unsere Idee in München präsentieren durften. Da Minka zu dem Zeitpunkt leider in Südafrika weilte, fuhren Susanne, Maja und ich zu dritt gen Süden und nutzten die lange Autofahrt, um wieder und wieder unseren Pitch zu üben.

Vor Ort wurden wir vom Team der Social Entrepeneurship Akademie sehr nett empfangen. Und wir trafen wir auch auf unsere Freunde von CUCULA, die ebenfalls im Finale standen. Gegenseitig sprachen wir uns Mut zu und feuerten uns an, damit doch eines unserer Projekte gewinnen möge.

Nach CUCULA und Edubridge waren wir mit unserem Pitch an der Reihe. Mit zitternden Händen präsentierten Maja und ich unsere Idee und stellten uns den Fragen der Jury. Wir konnten schlüssig argumentieren und hatten das Gefühl, das Hotel Utopia bestmöglich präsentiert zu haben. Dennoch rechneten wir uns nicht allzu große Chancen ein, schließlich waren wir das einzige der fünf Projekte, dessen Realisierung noch nicht begonnen hatte und mit einem verhältnismäßig hohen Risiko verbunden war.

Die Preisverleihung selber war dann sehr spannend. Zunächst wurde ein Videogutschein in Höhe von EUR 3,000 vergeben: an CUCULA! Ob damit wohl das Flüchtlingsthema abgegolten war? Wir sahen unsere Chancen schwinden. Der zweite Preis (EUR 5,000) ging an veedu, ein Online-Kurskonzept für Auszubildende. Veedus Präsentation war sehr professionell, und aus meiner Sicht waren sie eigentlich die Favoriten für den 1. Platz. Schließlich kam Dr. Mark Speich, Geschäftsführer der Vodafone-Stiftung zur Ankündigung des Gewinners auf die Bühne. Er sprach von Projekten, die Mut erfordern und große Visionen – in diesem Moment pochte uns das Herz schon bis zum Hals – und dass es dafür ein griechisches Wort gebe: „Utopia“. Danach folgten pure Freude und auch ein paar Tränen….

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Schon die ersten Wochen nach dem Gewinn haben uns gezeigt, wie wertvoll diese Auszeichnung ist, nicht nur in monetärer Hinsicht. Neue Türen öffnen sich, die Medien springen auf unsere Idee an und wir gehen selbstbewusster in Gespräche mit möglichen Partnern. Ab September beginnt auch ein intensives Coaching mit Anne Doerner von der Social Entrepreneurship Akademie, die uns gründlich antreiben wird, wie sie selber sagte. Na dann, wir sind bereit!

Immobilie/Grundstück für das Hotel Utopia gesucht!
Das Hotel Utopia - Video